UNFASSBAR!

Hessens größtes zusammenhängendes Waldgebiet soll zum Wind-Industriegebiet werden. Gemeint ist der Naturpark Reinhardswald, der auch als „Schatzhaus der europäischen Wälder“ oder „Grimms Märchenwald“ bekannt ist.

Insgesamt sind etwa 2000 Hektar (= 20 Millionen m²) im tausendjährigen Reinhardswald für die Bebauung mit Windanlagen ausgewiesen worden. Der massive Widerstand der betroffenen Bürger wird von der Landesregierung ignoriert. Die Natur Aller fällt der Profitgier Einzelner zum Opfer. Die ersten 20 Großwindanlagen (siehe Karte) sind konkret geplant, das Genehmigungsverfahren steht unmittelbar bevor.

Und das wäre erst der Anfang:
Insgesamt könnten mehr als 50 Anlagen auf 7 großen Flächen gebaut werden.

Gesamtvorrangflächen:

Aus den folgenden Gründen müssen die Industrie-Pläne
für den Reinhardswald dringend gestoppt werden:

Visualisierung

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Die Visualisierungen sind maßstabsgetreu.

Das reicht noch nicht?

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Million m² Wald

…könnten unmittelbar gerodet, verdichtet, betoniert und zerstört werden. Eine ökologische Katastrophe mit extremen Auswirkungen auf den gesamten Naturpark!

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Meter Höhe

…misst eine einzelne Groß- windanlage und ist somit 84 Meter höher als der Kölner Dom, sowie 41 Meter höher als der Maintower. Die Gondel befindet sich auf einer Höhe von 166 Metern.

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Meter Durchmesser

…hat der Rotor einer Windanlage. Er überstreicht eine Fläche von 17660 m² – Gigantisch und so bisher noch nicht im Einsatz. (Typ Vestas V150 5,6 MW).

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Lastwagen-Fahrten

…sind allein für die ersten 20 Fundamente, Kräne und Anlagenteile notwendig (= hin und zurück). Rodungen, Zuwegungen, Ausweich- und Ablageflächen erfordern weitere, tausende Fahrten.

FATALE FEHLINFORMATIONEN

Folgende Behauptungen und Gerüchte über das Wind-Industriegebiet im Reinhardswald halten sich hartnäckig. Höchste Zeit, sie aus der Welt zu schaffen (Draufklicken)

Falsch: "Es werden nur kleine Teile des Waldes bebaut, daher sind die Pläne harmlos."

Man muss den Reinhardswald im Ganzen als funktionierendes Ökosystem betrachten, das nur unzerteilt seine wichtige Funktion erhalten kann. Die geplanten Wind-Industriegebiete würde den Wald mit breiten Zuwegungen, Straßen und bewuchsfrei zu haltenden Wartungsfächen zerstückeln,  abertausende Fahrten von Last- und Schwerlastfahrten und Beton-Fundamente würden die wertvollen wasserspeichernden Waldböden auf Jahrzehnte verdichten oder gar versiegeln und die Windanlagen zahlreiche Vögel, Fledermäuse und Insekten zerfetzen – auch geschützte Arten. Die hunderttausenden LKW-Fahrten (bei Bebauung aller vorgesehenen Flächen ist das keine Übertreibung!) und zahlreichen Bauarbeiten würden den Wald vollends zum Industriegebiet machen.

Und was, wenn eine dieser Anlagen mitten im Wald in Brand geraten würde – nicht auszudenken.  

Der Reinhardswald ist (noch) Hessens größter zusammenhängender Wald und deshalb ein einzigartiger Hotspot für Biodiversität. Er steht in seiner jetzigen Form ganz klar vor seiner Zerstörung, sollte er mit Großwindanlagen plus Zuwegungen industrialisiert werden. Wir brauchen gesunden Wald dringender denn je – denn Waldschutz ist Klimaschutz! 

Falsch: "Die Flächen befinden sich im unwichtigen Wirtschaftswald / Windwurfflächen."

Keineswegs unwichtig! Wald ist immer wichtig und ist für das Klima unverzichtbar. Die bisherige, forstwirtschaftliche Nutzung des Reinhardswalds, auch der Monokulturen, kann man nicht im Geringsten mit dem Bau eines Wind-Industriegebiets und Anlagen dieser Dimensionen vergleichen. Die Folgen und Zerstörung einer Industrialisierung, z.B. auf das Grundwasser, würden sich viel langfristiger auswirken, als konventionelle Forstwirtschaft – und das in einem ohnehin schon angeschlagenen Wald.

Auch vermeintlich „wertlose“ Windwurfflächen bedürfen eines besonderen Schutzes. Umdenken ist angesagt! Denn diese Flächen müssen jetzt zur Selbstaussaat vorbereitet oder behutsam und vor allem nachhaltig wieder aufgeforstet werden, um dem Wald bei der zukunftsfähigen Regeneration zu helfen. Hier ausgerechnet zu betonieren, zu verdichten, zu versiegeln… ist absurd! Es schafft neben dem Verlust von Naturraum und metertief geschädigtem Waldboden weitere Angriffspunkte im Wald, was noch mehr Probleme wie z.B. Windwurf nach sich zieht.  Dazu erwärmen sich die unbeschatteten und frei zu haltenden Offenflächen um jede Anlage deutlich – die Temperatur im Wald steigt also, Wasser verdunstet schneller, weitere Bäume (besonders in den Randbereichen) sterben.

Falsch: "Die Naturschutzgebiete des Reinhardswaldes bleiben unversehrt."

Die Naturschutzgebiete inklusive der „Urwälder“ des Reinhardswalds werden von den Wind-Industriegebieten natürlich in Mitleidenschaft gezogen! Die wertvollsten Gebiete dürfen zwar nicht unmittelbar bebaut werden, grenzen jedoch direkt an die Vorrangflächen an, über denen sich die riesigen Windradflügel drehen sollen – oder liegen in unmittelbarer Nähe.

Vögel, Fledermäuse und Insekten, die die Grenzen der Naturschutzgebiete wohl kaum kennen, auch geschützte Arten, werden im Flug durch die Rotoren getötet. Gleichzeitig wird der Lebensraum der Waldbewohner am Boden durch die Bebauung mit Anlagen, Fundamenten und Zuwegungen zerstört, zerstückelt sowie durch den dauerhaften Lärm extrem beeinträchtigt.

Weitere Infos zum Thema: Geo

Falsch: "Kommunale und regionale Akteure sind vorbildlich eingebunden worden."

Heuchelei! In Wahrheit haben sich 7 angrenzende Gemeinden (damit die deutliche Mehrheit der umliegenden Kommunen) offiziell für den Schutz des Reinhardswaldes und gegen den geplanten Bau von Windanlagen im Reinhardswald ausgesprochen. Diese Städte und Gemeinden umfassen etwa 60 000 Bürger, was im Oberwesertal sehr viel ist. Leider wird diese Ablehnung jedoch vom zuständigen Land Hessen seit Jahren ignoriert. Das Land fürchtet offensichtlich um seine Einnahmen aus den Verpachtung des Waldes. Auch die jüngste Resolution der Bürgermeister dieser Anlieger-Kommunen ist trotz mehrfachen Versuche nicht von der Landesregierung entgegen genommen worden. Nicht einmal ein Termin zur Vorstellung wurde den Bürgermeistern gewährt.

Regionale Unterstützung findet das aktuelle Windanlagen-Projekt für die ersten 20 Anlagen auf 2 der 7 Flächen also nur bei den Investoren, ein paar verbleibenden Kommunen, die fast alle in weiter Entfernung zu den von ihnen beplanten Flächen im Reinhardswald liegen und natürlich bei den Energieversorgern EAM Natur, Stadtwerkeunion Kassel und Stadtwerke Eschwege, sowie dem privaten Windanlagenunternehmer Ralf Paschold aus Grebenstein, die den Wind-Strom aus dem geschändeten Reinhardswald später als grünen „Öko-Strom“ vertreiben wollen.

Falsch: "Ausgleichsmaßnahmen ersetzen die verlorenen Waldflächen."

Generell können Ausgleichsflächen die Artenvielfalt und Einzigartigkeit des Naturparks Reinhardswald nicht ersetzen. Man kann einen 1000-jährigen Wald mitsamt seiner Bewohner und seiner gewachsenen Struktur nicht einfach aufreißen, verpflanzen und irgendwo „neu bauen“.

Abgesehen davon können die Verantwortlichen der Windpark Reinhardswald GmbH & Co.KG die Standorte für Ausgleichsflächen bisher nur sehr partiell benennen. Die ganz wenigen, kleinen Flächen, die bereits bekannt sind, liegen in entfernteren Randbereichen des Reinhardswaldes. Auch die lokale Bevölkerung hat somit nichts von den Ausgleichsmaßnahmen. Ganz im Gegenteil: eine ohnehin wirtschaftlich schwache Region würde nun auch ihr letztes Alleinstellungsmerkmal verlieren– die nahezu unberührte Natur.

Falsch: "Die Anwohner haben doch bloß Angst um ihren Ausblick."

Im Vordergrund steht der Schutz eines wichtigen und einzigartigen, hoch artenreichen Ökosystems. Der Naturpark Reinhardswald umfasst zahlreiche Schutzgebiete. U.a. gibt es 18 Naturschutzgebiete, 11 Flora-Fauna- Habitate (FFH-Gebiete) und einige Landschaftsschutzgebiete. Insgesamt machen die Schutzgebiete 40% der Fläche im Naturpark Reinhardswald aus, darunter weit bekannte Urwald- und Naturwaldflächen. Aus diesem Grund sprechen sich schon längst nicht mehr nur Anwohner gegen die Windanlagen im Reinhardswald aus: Menschen aus ganz Deutschland haben sich der Protestbewegung angeschlossen. Immer mehr rückt das skandalöse Projekt auch in den Fokus von Naturschutzverbänden und Medien. Es muss publik werden, dass im Falle des Reinhardswalds die prinzipiell gute Idee des Klimaschutzes zum Vorteil von Windindustrie und Landeskassen missbraucht wird.

Einige Mitglieder der Initiative würden sich nach eigenen Angaben sogar freiwillig Windräder in den eigenen Garten stellen, wenn man dadurch die Industrialisierung des wertvollen Reinhardswaldes verhindern könnte.

Falsch: "Die Bebauung ist harmlos und lediglich Propaganda der AfD / rechten Parteien"

In sämtlichen deutschen Parteien / politischen Lagern finden sich Gegner der Wind-Industriegebiete im Reinhardswald. Leider haben bestimmte Kreise mit Falschmeldungen und Übertreibungen wie „Der Reinhardswald wird abgeholzt“, „Abholzung des Urwaldes Reinhardswald“ etc. immer wieder für Verwirrung gesorgt. Dies schadet allen anderen Unterstützern, die sich für den Reinhardswald einsetzen, da auch sie schnell für solche Falschmeldungen verantwortlich gemacht werden.

Rettet den Reinhardswald bzw. Pro Märchenland e.V. und das Aktionsbündnis Märchenland agieren bewusst parteipolitisch neutral und distanzieren sich ausdrücklich von allen Falschmeldungen. Wir bleiben bei den Fakten– denn diese sind alarmierend genug! Nur weil der Reinhardswald von einigen für eigene politische Zwecke missbraucht wurde, ist die Gefahr für ihn nicht weniger akut.

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